Innovationscoching

Das dritte Zeitalter,

Das Industriezeitalter

erstreckte sich ca. zwischen dem Ende des 15. Jahrhunderts. und dem Ende des 20. Jhrts. Genauer terminiert z.B. durch die Erfindung des Buchdrucks, der in diesem Sinne als  technische Revolution, die unendliche Vervielfältigung von Wissen in sehr hohem Tempo ermöglichte, verglichen mit dem mühsamen Abschreiben, daß bis dahin von Mönchen und anderen vorgenommen wurde. Die Entdeckungen Kepplers und Galliläis zählen auch zu diesem Umbruch in ein neues Zeitalter, die sich z.B. einige Jahre später in der Entdeckung Amerikas niederschlugen.

Die sich ständig verbessernde Nahrungsmittelversorgung im Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht für einen Großteil der Bevölkerung war charakteristisch für das vergangene Zeitalter. Der Adel konnnte seinen Stand in dieser Epoche auch deshalb ausweiten, weil er seine militärische Basis aufgrund wachsender Nahrungsmittelproduktion verstärken konnte. 

Der Adel, nicht mehr gezwungen seinen Lebensunterhalt durch bäuerliche Tätigkeit zu erringen, hatte Zeit und Vitamine. Dies sind unter anderem wichtige Bestandteile die zum Denken notwendig sind. Aus dem Instinkt seine Stammespartner zu schützen entwickelte sich die Erkenntnis und Gier nach Macht über seine eigenen Stammesbrüder und Schwestern bis hin zu Fremden. 

Die Angst vor Schmerzen und Tod war in diesen Tagen übermächtig und mußte trotzdem nicht mehr einfach hingenommen werden. Mit Nahrungsmittelüberschüssen konnte sie erfolgreich verdrängt werden. Nahrung bedeutete nicht nur Überleben durch mehr Kraft und Gesundheit, sondern ab gewissen Mengen auch Macht über andere, wenn diese überschüssige Nahrung ihnen zur Verfügung gestellt werden würde. Die Verdrängung der Urängste und die Entfremdung gegenüber ihren „Schutzbefohlenen“ führte jedoch zu psychologischen Verwerfungen. Die Gier nach Macht entstand u.a. als Ersatz zum Gefühl in der Gemeinschaft geborgen zu sein. 

Um nun mehr und mehr machen zu können, das heißt also mehr Macht zu haben, wurden weitere Teile des Gehirns aktiviert. Das Denken stand nun im Vordergrund der täglichen Tätigkeit des Adels bzw. der Elite.  Sie erkannten, daß vorwiegend die intellektuellen Ergebnisse ihrer Denkprozesse, ihre Macht und ihren Genuß vermehrten. Beides mußte wachsen um einerseits ihren Selbstverwirklichungsprozeß weiter vorantreiben zu lassen und andererseits ihre Entfremdung von „IHREN LEIBEIGENEN“ leichter verdrängen zu können. 

Somit entstand ein Sog für Dienstleistungen und Produkte die nicht mehr Landwirtschaftsgebunden war. Der Zwang auf seiner Scholle bleiben zu müssen war für alle nichtbäuerlichen Produzenten aufgehoben. An markierten Plätzen (Marktplätzen) tauschten sie ihre Güter und Dienstleistungen schneller und profitabler aus. Auch die Handwerker aus den Dörfern die ursprünglich nur die Verbesserung der Produktionsmittel ihrer bäuerlichen Familien im Sinne hatten. vor allem auch deshalb weil der Adel den tauschenden Menschen größere Sicherheiten und damit auch Freiheiten bieten mußte, wollte er überregionale Güter in seinen Machtbereich importieren. 

Das Marktrecht wurde geschaffen und weil es mühsam war ständig anreisen zu müssen, ließen sich Handwerker und andere an den Marktflecken nieder und erwarben sich zum gegenseitigen Nutzen auch noch das Wohnstattrecht  aus dem sich über Jahrhunderte  unser heutiges Stadtrecht entwickelte. 

Interessant ist die unterschiedliche Handhabung von Freiheitsgraden, die sich urprünglich aus biologischen Vorgaben entwickelten. Während die Bauern sich nur nach ausdrücklicher Erlaubnis durch die herrschenden Adeligen von ihrer Wohnstatt fortbewegen durften, galt der Ausspruch „Stadtluft macht frei“ von solchen ´gemeinen´ Abhängigkeiten. Vorausgesetzt es gelang einem Mann ein Jahr und einen Tag sein Leben in solch einer „Statt „ überleben zu können. 

Das gegenseitige sich Nützen war also entscheidend für die Erringung dieser neuen Freiheitsgrade, die immer öfter auch gegen den begehrlichen und gleichzeitig wachsam bis ängstlich gewordenen Land-Adel verteidigt werden mußte. Die entstehenden Wissenshochburgen die Städte streiften zunehmens das Joch des Adels ab, da ihre Bürger (die für ihren Lebensunterhalt bürgen konnten) immer wissender und selbstbewußter wurden. Der  notwendige Wissensaustausch mit fremden und fernen Kulturen relativierte die überkommenen Glaubens- und damit Wertevorstellungen.  Eine neue Lebenskompetenz verbreitete sich schneller und schneller.

Die allgemeinen Rahmenbedingungen

 

zeichneten sich aus durch eine zunehmende, sich dynamisierende Verstädterung der Länder, die bis in unsere Tage ungebrochen ist. Das Motto in den Städten und die Elite heißt: "Wissen ist Macht". Die Macht der Stände wird zunehmend abgelöst durch  Kapital und Wissensmacht. Die Vermehrung und Anwendung des Wissens wird zum beherrschenden Entwicklunksfaktors dieser Epoche. Wissensverfvielfältigungsanstalten werden aus dem Boden gestampft und Universitäten genannt. Wissen über Produktions- und Dienstleistungsverfahren gewinnen im Laufe der Jahrhunderte den Vorrang vor Allgemeinwissen als Ausdruck eines Freiheits- und Lebensgenußprinzip´s. 

 

Die Kunst, das vorhandene Wissen zu nutzen und durch Produktionsprozesse zu Geld machen zu können, führt zum Kampf um jegliche verfügbare  Ressourcen auch international und damit zum Kolonialismus. Das Machtprinzip wird zum psychologisch neurotischen Selbstzweck. Die Lebensqualität steigt einerseits durch die objektive Abnahme von Not auf körperlicher Ebene. Die seelische Entleerung und Verarmung wie Epikur sie formulierte nimmt am Ende dieses Zeitalters jedoch zu.

 

Menschen werden gebraucht, um diese Umsetzung von Wissen in Produkte vorantreiben zu können. Die intellektuelle und kapitale Überlegenheit der neuen mächtigen „Bürger“ erzwingt zunächst die Verarmung vieler Bauern, später auch weiter Teile des Adels. Um  aus landbesitzenden Bauern willfährige Arbeitskräfte schaffen zu können wird,  die Grund- und Bodenlosigkeit der Landbevölkerung  herbeigeführt, verbunden mit dem Zwang, nicht mehr von seinen eigenen Produkten leben zu können, sondern seine Zeit und seine Arbeitskraft verkaufen zu müssen (Armenhäuser, Zuchthäuser und Psychatrien sind Kollateralschäden bzw. Produkte dieses Zeitalters). Die Folge davon war die Konzentration der Menschen in den  Städten oder besser ausgedrückt, in den Produktions- und Handelsstätten der jeweiligen sich inzwischen zur Nation  zusammengeschlossenen Stämme.

 

Die Führungstrukturen

entwickelten sich zunächst langsam und dann immer schneller, hierarchisch, zunehmend unabhängiger von den persönlichen Geburtsvoraussetzungen. Eine lange Entwicklung, die sich über 500 Jahre erstreckt hat.

 

Mehr und mehr wurde der Adel durch den Geldadel abgelöst, bis im letzten Jahrhundert nicht mehr die Händler, sondern die Produktionsfürsten die Herrschaft im Industriezeitalter übernahmen und gegen Ende dieses Zeitalters die Politbeamten stellvertretend für sie die Regierungsgeschäfte übernahmen.

 

Deutschland machte hier eine recht späte Entwicklung durch, während in Frankreich und auch in Großbritannien die Entwicklung der Parlamentarischen Demokratie wesentlich früher einsetzte, angetrieben durch den wachsenden Industriealisierungsprozeß. Dieser wiederum verursachte, durch die maßgeblichen Grundlagen des Industriezeitalters, der sich ständig beschleunigten, gezielten und systematische Erschaffung von Wissen und Kapitalvermehrung. 

 

In dieser Zeit wurde der Satz geprägt: „Ich denke, also bin ich“, und „Wissen ist Macht“. Wer also mehr machen möchte, z.B. mehr produzieren möchte, muß mehr wissen und damit die Produktion und Nutzung des Wissens vorantreiben. Eine Zwangsfolge hiervon war die explosionsartige Gründung von Universitäten, verglichen mit früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden. 

 

 

Die Teamstrukturen

in diesem Zeitalter waren Großfamilie, Kleinfamilie, Organisationen wie Gewerkschaften, Parteien, Innungen, Interessenverbände und Landsmannschaften, bis hin zu  Nationalteams im Fußball, Handball etc..

 

Die Hauptkonfliktfelder

in diesem Zeitraum  bestanden in dem Kampf um verfügbare  Ressourcen, der gezielten Nutzung des Menschen als  Produktivkräfte, der Verfügbarkeit von Wissen,  ideologischen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten um Marktzugänge etc.

 

Die Konfliktlösungsstrategien

bestanden z.B. in Krieg, Bündnissen, Verhandlungen, Gesetzen, Zusammenschlüssen, Manipulation, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung usw.. 

 

Die Denkdynamik

 

war vorwiegend dort, wo das Industiezeitalter sich manifestierte, also vor allem in den Städten, intellektuell orientiert. Alles was neu und modern war, galt grundsätzlich als richtig. Verdächtig, wer konservativ, vergangenheitsorientiert und experimentierscheu war. Analytisch, konstruktiv naturwissenschaftlich geprägte Denkmuster gewannen die Oberhand und schufen die Überflußproduktion, die wir heute kennen. 

Angelangt sind wir nun offensichtlich am Ende des Industriezeitalters, daß viele Segnungen und viele Flüche hervorgebracht hat und zwangsweise zu einem neuen Zeitalter führte: